Prozessoptimierung vor Digitalisierung – für noch mehr Effizienz statt Ressourcenverschwendung
Der Kunde wollte Prozesse digitalisieren. Wir haben zuerst optimiert. Das Ergebnis: 38% Effizienzsteigerung – noch vor der Digitalisierung. Wir begleiten unseren Kunden aus der Finanzbranche schon seit einigen Monaten und durften schon diverse Projekte umsetzen. Dabei haben wir in verschiedenen Teilprojekten eine Effizienzsteigerung von über 25% erreicht. Das Teilprojekt im Bereich Trade Loans stach dabei speziell ins Auge. Wir konnten bei der Optimierung des Prozesses 125 Stunden einsparen und haben damit eine Effizienzsteigerung von 38% erreicht. Das Besondere an diesem Projekt? Der Fokus des Projekts lag auf der Digitalisierung: Der Kunde wollte eine Effizienzsteigerung durch das Digitalisieren von Prozessen erreichen. Wir haben aber nach unserem Credo «Optimierung vor Digitalisierung» gearbeitet und den Prozess zuerst optimiert. So konnten wir bereits vor der Digitalisierung eine massive Effizienzsteigerung verzeichnen – und den Prozess dann bereits optimiert digitalisieren.
In diesem Blog-Post zeigen wir auf, wie wir im Projekt Trade Loans vorgegangen sind und mit welchen Massnahmen wir die Effizienz in diesem Masse steigern konnten.
Prozessoptimierung im Teilprojekt Trade Loans – unser Vorgehen
Gestartet haben wir das Projekt mit einem Kick Off: Dabei holen wir die Erwartungen und Bedenken unserer Kundschaft ab. Danach haben wir den IST-Prozess aufgenommen und den Prozess in einem Value Stream Mapping visualisiert. Bei der Analyse des Prozesses haben wir einerseits alle Probleme festgehalten und für jede Tätigkeit definiert, wie viel der aufgewendeten Zeit für «Value Adding Activities» und «Non value adding Activities» aufgewendet wird. Also, wie viel Zeit jeweils für wertschöpfende und nicht-wertschöpfende Tätigkeiten gebraucht wird (das geht ganz einfach mit kyro).
Danach haben wir zusammen mit dem Projektteam die Ursachen für die Verschwendungen («Non value adding Activities») erforscht und Massnahmen abgeleitet. Schliesslich arbeiteten wir die Massnahmen zur Minimierung der Verschwendung ab und definierten den SOLL-Prozess. Bei der Visualisierung des SOLL-Prozesses wurde klar, dass noch weitere Massnahmen nötig sind, um den SOLL-Prozess erfolgreich zum Laufen zu bringen – auch diese wurden dann erfasst und abgearbeitet. Welche Massnahmen wir genau erarbeitet und umgesetzt haben, verraten wir weiter unten.
Massnahmen zur Effizienzsteigerung im Projekt Trade Loans – die Basis für eine Digitalisierung
Im Falle dieses Kunden lag der Fokus auf der Digitalisierung der Prozesse. Hier ist zu betonen, dass die Basis für die Digitalisierung immer ein optimierter Prozess sein muss, da sich sonst Probleme nur vervielfachen. Deshalb optimieren wir einen Prozess immer ganzheitlich und digitalisieren dann jeweils diejenigen Schritte, die sich für eine Digitalisierung eignen. Nur so funktioniert der Prozess optimal. 125 Stunden haben wir im Projekt Trade Loans eingespart. Dadurch wurde eine Einsparpotential von 38% erreicht – und das noch vor der Digitalisierung! Wir haben beim IST-Prozess 346 Stunden verzeichnet, beim SOLL-Prozess nur noch 221 Stunden.
Wie wir das geschafft haben? Indem wir 23 Probleme in diesem Teilprozess eliminiert oder minimiert haben. Der Schwerpunkt lag dabei bei der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Kundenberater:innen und dem Backoffice. Bevor Prozesse digitalisiert werden können, müssen diese einwandfrei funktionieren – deshalb war dieser Schritt besonders wichtig. Gerade in diesem konkreten Beispiel wäre sonst ein Prozess digitalisiert worden, der Ressourcen in hohem Masse verschwendet.
Wir haben vier zentrale Massnahmen definiert, welche die Effizienz im Prozess erheblich gesteigert und Verschwendungen minimiert haben:
- Erarbeitung einer klaren Regelung der Ablage von physischen Dokumenten
- Neuverteilung der Aufgaben – dadurch wurde Doppelspurigkeit verhindert (AKV-Prinzip) und klar definiert, wer was bis wann macht
- Einführung eines KVP-Meetings alle zwei Wochen, damit die Umsetzung und neue Probleme sofort eliminiert werden konnten
- Eliminierung von Schnittstellen-Unklarheiten
Volles Potential ausgeschöpft: Der optimierte Prozess wird digitalisiert
Nachdem die Verschwendungen im Prozess eliminiert und der Ablauf stabilisiert wurde, konnte die Digitalisierung gezielt umgesetzt werden. Der entscheidende Unterschied: Es wurde kein fehlerhafter oder ineffizienter Prozess digitalisiert, sondern ein bereits funktionierender Ablauf. Genau deshalb funktioniert die Digitalisierung in diesem Fall.
Durch die vorgängige Optimierung waren Rollen klar definiert, Schnittstellen bereinigt und unnötige Schritte eliminiert. Die digitale Lösung konnte darauf aufbauen, statt bestehende Probleme zu verstärken. Das führte nicht nur zu einer weiteren Effizienzsteigerung, sondern auch zu mehr Transparenz, weniger Abstimmungsaufwand und einer deutlich höheren Prozessstabilität im Alltag.
Wenn du vor der Digitalisierung sicherstellen willst, dass deine Prozesse wirklich funktionieren, lohnt sich ein genauer Blick auf die Abläufe im Alltag – melde dich.